DM Freiwasser Lindau

Deutsche Meisterschaften Freiwasser Lindau 2015

Lindau kannte ich schon von ein paar Schwäbischen Meisterschaften, die ich für die SG Schwabmünchen-Nördlingen 06 geschwommen bin. Die Wettkämpfe fanden allerdings immer im Freibad statt und ich hatte mich damals nicht getraut im Freiwasser zu schwimmen. Da ich auch erst 2010 zum ersten Mal bei Freiwassermeisterschaften geschwommen bin, die damals am Straussee waren, kannte ich das Gewässer noch nicht. Nur vom Sehen und da sah es immer schön aus.

 

Die Deutschen Freiwassermeisterschaften begannen mit der 10km-Distanz, die ich trotz Kenntnis davon, dass ich nach 10km immer eine Woche gar nicht mehr schwimmen kann zur Sicherung meines B-Kaderstatus geschwommen bin. Ich sollte mich möglichst schonen, um die 5km am Samstag noch gut schwimmen zu können, da es dann um eine letzte Möglichkeit zur WM-Qualifikation ging. Für den Kaderstatus musste ich unter die ersten Drei kommen. Ich schwamm also gemütlich los und immer schön im Sog auf Position zwei bis drei. Nach 5km machte Finnia Wunram allerdings Tempo und ich merkte dies, da ich zu dem Zeitpunkt gerade auf Position drei war, erst spät. Es war bereits eine Lücke entstanden, die man nur schwer wieder schließen kann, da die Sogwirkung weg ist.

 

Ich ließ die Verpflegung weg und schwamm eine Runde schnell, merkte allerdings, dass ich nicht mehr rankomme und schwamm so, da zumindest der zweite Platz sicher war, noch locker ins Ziel. Ich hoffte, dass ich die 3min-Grenze zum ersten Platz damit nicht überschritten hatte und mir den B-Kaderstatus sichern konnte. Ich war erleichtert, aber doch erschöpft von den letzten 5km, die ich alleine im See schwimmen musste.

 

Am Freitag sollte ich eine Vereinsstaffel über 3*1,25km schwimmen. Ich hatte mich mehrmals dazu geäußert nicht schwimmen zu wollen, aber all das brachte nichts. Ich musste also nochmal für eine Runde in den See und gegen unsere Vereinsmannschaft mit Sören Meißner und Ruwen Straub, die sich beide über 1500F im Becken für die WM qualifiziert hatten, und Lena Kalla antreten. Von vornherein war klar, dass die zwei Mannschaften nicht gleich schnell sind und hinterher durfte ich mich auch noch einschreien lassen, dass ich daran Schuld sei. Darauf hatte ich wirklich keine Lust und ich war kurz davor einfach heimzufahren. Das Wichtigste nach der verpassten WM-Qualifikation über 10km war nur der Kaderstatus und den hatte ich. Außerdem hatte ich noch fünf Prüfungen für das 2. Semester vor mir und wollte mich darauf konzentrieren.

 

Ich entschied mich dafür zu bleiben und am Sonntag noch die 5km zu schwimmen um evtl. noch eine WM-Qualifikation über die dieses Jahr „unwichtige“ Distanz zu bekommen. Ich lag das ganze Rennen über auf Rang drei. Gegen Ende wollte ich einen Überholversuch starten, aufgrund der sehr starken Wellen wegen Unwetterwarnung zu diesem Zeitpunkt, kostete mich dies aber sehr viel Kraft und so schlug ich auch als Dritte an.

 

Damit war klar, dass ich nicht zur WM nach Kazan fahren würde. Ist zwar schade, aber ich werde dann von daheim aus die Daumen für das Deutsche Team drücken. 

 

Fotos: Eduard Lehr


Fotos: Jens Zihsler

Zurück