Europacup Hamburg Ergebnis

Finale im Heimatland

Europacup Hamburg

Der Europacup im eigenen Land, das hatte ich noch nie. Es war mal eine schöne Abwechslung zu den langen Reisen in den letzten vier Wochen auch wenn es für mich trotzdem 5h mit dem Auto waren. Am Samstag ging es dann auf die 10km, bei denen nur der Abstand zur Siegerin galt, denn die Zeit wird mit der über 5km addiert. Ich hatte mir vorgenommen möglichst wenig Abstand zu haben ohne dass es zu sehr anstrengt, denn ich musste einen Tag später noch 5km schwimmen und bei denen kam es nur auf das Tempo an, da jeder einzeln startete. Ich denke, dass viele der anderen Schwimmer genauso dachten, denn es ging gemütlich los und auf den ersten vier der insgesamt acht
Runden wurde keine Attacke gestartet. Erst eine Runde nach meiner Verpflegung wurde das Tempo dann langsam gesteigert und auf den letzten zwei Runden noch einmal. Leider waren wir bis dahin noch sehr viele Schwimmerinnen in einem Pulk, sodass nun auch ein bisschen geschlagen wurde. Ich konnte mich im vorderen Drittel halten und blieb auch an den Führenden dran. Auf der Zielgeraden war ich dann alleine an 5. Position und ich konnte zwar schnell, aber ohne dass ich mich zu sehr auspowere mit einem Abstand von neun Sekunden zur Siegerin ins Ziel schwimmen.
Für Sonntag war damit alles perfekt. Der Abstand von neun Sekunden ist bei einem Time Trial, bei dem jeder für sich schwimmt und nicht weiß wie schnell er gerade ist, da es keine Zeitkontrolle gibt und man den Abstand zum Vorderman auch nur abschätzen kann, leicht wieder einzuholen und auch mit der Startposition war ich zufrieden, da ich die bisher Fünftplatzierte direkt vor mir hatte. Sie war am Samstag direkt hinter mir mit einem Abstand von sechs Sekunden angekommen. Ich musste sie jetzt nur noch während den 5km einholen, damit ich mir sicher sein konnte in der Gesamtwertung vor ihr und damit unter den ersten fünf zu sein. Ich versuchte sie so schnell wie
möglich einzuholen, um nicht eine Stunde blind durch die Gegend zu schwimmen, also gar nichts über die Position zu wissen. Nach einer Runde hatte ich es dann schon geschafft und auch die Schwimmerin die zwei Minuten vor mir gestartet war habe ich eine halbe Runde später eingeholt. Damit war ich erstmal zufrieden und ich war auch ziemlich kaputt. Wahrscheinlich wurde ich deshalb unbewusst langsamer. In der Dritten Runde dann der Schock, die Italienerin die hinter mir gestartet war, war plötzlich neben mir. Erst jetzt merkte ich, wie langsam ich geworden war und versuchte wieder schneller zu schwimmen, aber das ging nur bedingt, da ich zu schnell angegangen
war. Kurz vor dem Ziel holte mich dann noch die Ungarin Anna Olasz ein, die mit einer tollen Zeit von 58 Minuten anschlug. Ich hatte 1h und 1min gebraucht, was wirklich sehr langsam ist, da ich im Becken über 5km schon 58 Minuten geschwommen bin. Aber im Freiwasser und vor allem als Time Trial ist das doch nochmal was anderes. Für die Gesamtwertung hat es zum Glück gereicht.
Nun werde ich noch zwei Wochen ein bisschen schwimmen und hauptsächlich Ausdauertraining an
Land machen, danach fange ich mit der Grundausbildung bei der Bundeswehr an und werde erstmal
nicht ins Wasser können.

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