Europacup Navia 2015

Deutsche Meisterschaften Freiwasser Lindau 2015

Am 1. August fand der dritte Durchgang des diesjährigen Europacups statt. Da es für mich leider nicht für die WM-Qualifikation gereicht hat und ich meine Pause studienbedingt etwas nach hinten verschieben muss, entschied ich mich dafür an den restlichen Europacups teilzunehmen. Von fünf Durchgängen werden drei gewertet und somit hatte ich noch die Chance dazu das Finale am 3. Und 4. Oktober in Larnaca (CYP) schwimmen zu dürfen.

 

Die Strecke in Navia ist immer wieder eine große Herausforderung. Hier trifft der Fluss auf den Atlantik und mit den Gezeiten gibt es große Schwankungen der Bedingungen über Salz- und Süßwasser, Wellengang und Strömungen bis hin zur Wassertemperatur.

 

Um uns auf die Bedingungen während des Rennens etwas einstellen zu können sind wir Freitagnachmittag etwa zu dem Wasserstand einschwimmen gegangen, welcher dann auch bei unserem Rennen am Samstag sein sollte. Da das Wetter nicht sehr schön war stellten wir uns auch auf eine etwas kühlere Wassertemperatur ein. Der Sprung in den Fluss war trotzdem ein Schock. Die Atmung fiel schwer und auch die Bewegungen. Nach dem Einschwimmen erfuhren wir dann, dass es gerade einmal 17,2°C waren.

 

Am Samstag ging es dann wieder aufgewärmt an den Start. Aufgrund der fast gleichzeitig stattfindenden WM war das Teilnehmerfeld in Navia für den Europacup über 7,5km sehr klein. Hinzu kamen aber noch einige Freizeitschwimmer des Asturiascups, die den Start erschwerten. Das Wasser war zwar etwas wärmer geworden, die Bewegungen fielen aber trotzdem schwer. Wir Schwimmer verzögerten alle den Sprung ins Wasser um möglichst wenig vor dem Startsignal in dem kalten Wasser stehen zu müssen. Dies gelang uns aber nicht, denn die Starter verzögerten ebenfalls und erst als wir alle schon schrien, dass es endlich losgehen soll, ertönte das Startsignal.

 

Ich benötigte etwas Zeit um meine Muskeln auf eine Arbeitstemperatur zu erwärmen und war zuerst weiter hinten im Feld. Langsam merkte ich wie ich mich wieder schneller bewegen konnte und schwamm Stück für Stück weiter nach vorne. Auf der ersten Gerade der drei Runden à 2,5km schwamm ich an Position drei vor. An der letzten Orientierungsboje drehte das ganze Feld um und ich war zuerst verunsichert, entschied mich aber dann doch auch alleine noch auf die letzte Boje zuzuschwimmen. Ein paar Meter später merkte ich, dass auch die anderen Schwimmerinnen es bemerkt hatten und umkehrten. Ich hatte allerdings schon eine Lücke zur nächsten Schwimmerin. Nun hatte ich die Wahl alleine 7km zu schwimmen oder das Tempo rauszunehmen und vorerst auf die anderen zu warten, wofür ich mich dann auch entschied. Auf dem Weg zurück merkte ich dann, dass die zwei Italienerinnen u.a. auch die Gewinnerin der diesjährigen Jugendeuropameisterschaften wieder auf die falsche Boje zuschwammen und entscheid mich erneut dafür nicht mit dem Feld zu schwimmen.

 

Nach der ersten Runde schwamm ich dann an erster Position auf die Verpflegung zu. Ich wusste, dass dies zwar ein Umweg von ja 15m sein würde, dass ich dadurch aber weniger Gegenströmung haben würde. Und diesmal trennte sich das Feld in zwei. Ein Feld hinter mir und das andere hinter den Italienerinnen. Ich konnte die aufgrund der Verpflegung entstandene Lücke sehr schnell wieder schließen und reihte mich erneut an Position drei ein.

 

Bereits vor dem Rennen hatte ich beschlossen nach 1,5 Runden nach vorne zu schwimmen. Dies tat ich dann auch, obwohl es sehr schwer war an den anderen vorbeizuschwimmen, da ich bei jeder „Berührung“ ausgebremst wurde. Als ich es geschafft hatte erinnerte ich mich an meine Jugendeuropameisterschaften 2011 in Navia und wusste genau, dass ich jetzt wegschwimmen musste. Hier war die Erfahrung über die Strömungen im Fluss vielleicht auch ein Vorteil für mich.

 

In der letzten Runde baute ich meinen Vorsprung aus, auch wenn ich Richtung Meer das Gefühl hatte durch die Wellen mehr ausgebremst zu werden. Umso mehr Spaß hat es mir dafür gemacht mit den Wellen zurückzuschwimmen. Und so gewann ich das 7,5km Rennen in 1:27:44.

 

Am Sonntag stand nun noch das Volksschwimmen über 5km Flussabwärts (Descenso) auf dem Plan. Die Jahre zuvor erinnerte ich mich daran, dass es nur 3km waren und zuerst war ich verwirrt, ging aber dann doch entschlossen an die 5km. Mein Start war erneut nicht perfekt. Diesmal kämpfte ich mich an Position zwei und gab zeitweise zusammen mit Sarah Bosslet das Tempo vor. Aber auch hier schwamm ich immer wieder andere Wege als der Rest des Feldes. Dies ging öfters gut als schlecht, sodass ich nach der letzten Richtungsboje ca. 1000m vor dem Ziel an ersten Stelle war. Nun musste ich mich stark konzentrieren um möglichst die meiste Strömung mitzunehmen, damit ich das Tempo hochhalte um nicht überholt zu werden, aber nicht zu hoch, da es sonst nicht für den Endspurt reichen würde. Auch wusste ich, dass ich die Hafenkante eng nehmen müsste und hier die anderen versuchen würden mich abzudrängen um nach vorne zu kommen. Es gelang mir ganz gut und mit meinem Zielsprint konnte ich trotz entgegenkommender Freizeitschwimmer noch ein paar Sekunden gegen die anderen rausholen.

 

Beide Renne hintereinander zu gewinnen hatte vor mir noch niemand geschafft und so war ich ganz zufrieden mit meiner Leistung, auch wenn es keiner WM-Teilnahme oder gar Olympiaqualifikation gleichkommt.

 

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