Europacup Navia und Asturiascup

5. Durchgang in Spanien

Europacup Navia und Asturiascup

Eine Woche später... ein weiteres Freiwasserrennen. Diesmal waren es 7,5km mit ganz anderen Bedingungen. Keine Wellen, aber Strömungen. Nachdem Hoorn bei mir so schlecht gelaufen ist, war es schwer mich für Navia zu motivieren, allerdings hab ich mich sehr darauf gefreut, da ich dort vor zwei Jahren bei den Jugendeuropameisterschaften gleich zwei Titel gewinnen konnte, über 5km und im 3km-Teamrennen. Beim Einschwimmen im Pool fühlte ich mich viel besser als noch ein paar Tage zuvor im Training und die Tatsache, dass ich schon ein paar Rennen im Fluss von Navia hinter mir hatte, motivierten mich. Das schwierige an dem Fluss ist, dass er direkt ins Meer mündet. Je nach Tiede des Meeres verändern sich damit die Strömungsverhältnisse, sodass
entweder mit oder gegen die Flussströmung schwimmen schneller ist, da bei Flut das Meer die stärkere Strömung hat. Mit der Flut verändert sich auch der Salzgehalt des Wassers, das Süßwasser des Flusses vermischt sich mit dem Salzwasser des Meeres. Es waren diesmal drei Runden zu schwimmen mit jeweils 2,5km. An jeder Ecke wurde jeweils eine und auf den langen Geraden von 1125m wurden insgesamt fünf Bojen gesetzt, die alle mit der linken Schulter umrundet werden mussten. Wir starteten erst am späten Nachmittag, da der Wettkampf in Navia mit Festen und auch Wetten umrundet wurde. Wir Schwimmer selbst bekamen einen kostenlosen Wettzettel, weshalb wir
das auch alle ausgenutzt haben und auf unsere Favoriten im Europacup/Asturiascup und im Descensoschwimmen setzten, ein weiterer Ansporn für mich. Der Nachteil des ganzen war nur, dass damit nicht wie noch zwei Jahre zuvor der Zeitpunkt abgewartet wurde, an dem sich Meeres- und Flussströmung möglichst ausgleichen, sondern die Meeresströmung anfangs noch viel stärker war. Aufgrund dessen schwammen wir jede Runde ganz am Ufer gegen die Strömung, um ihr möglichst aus dem Weg zu gehen, und in der Mitte zurück, um sie auszunutzen. Ich konnte mich in den ersten beiden Runden immer weiter nach vorne arbeiten, allerdings veränderte sich der zu schwimmende
Kurs während des Rennens, da zusätzlich zu den Strömungen noch Wind aufgekommen war und alles zusammen die Bojen losriss. Diese trieben nun überall rum und die Kampfrichterboote versuchten sie einzufangen, konnten selbst aber nur schwer ihr eigenes Boot lenken. So kam es dazu, dass wir in der zweiten Runde mal um eine Boje mehr schwimmen mussten, die plötzlich noch vor der Wendeboje auftauchte und in der dritten Runde ein Kampfrichterboot direkt vor mir drehte, sodass ich Angst bekam, dass mich die Schiffsschraube erwischt. Da hatte ich mich gerade an erste Position vorgearbeitet. Ich führte weiter die Gruppe an und merkte an der letzten Boje, dass sie sich bereits in die andere Richtung neigt, die Flussströmung musste stärker sein. Ich änderte den
Kurs und schwamm in der Mitte zurück ins Ziel, was ein Fehler war, denn dadurch überholten mich sechs Schwimmerinnen, die ich auf der Zielgeraden nicht mehr einholen konnte, da der Abstand bis dahin schon zu groß war. Ich bin froh, dass es diesmal nicht an meiner Leistung lag so eine schlechte Platzierung zu erreichen, sondern an einer falschen Einschätzung der Strömungen von mir und bin deshalb trotzdem mit dem Wettkampf zufrieden.

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