Heim-EM 2014

Heim-EM 2014

Mit dieser Qualifikation stand nicht fest, ob ich die 5km Time Trial auch schwimmen würde oder ob eventuell ein Platz über die 10km frei werden würden und ich mich auf die Olympische Distanz konzentriere. Fest stand nur, dass ich nicht beides schwimmen dürfte und die 25km am letzten Tag der EM erneut versuchen müsste.

 

In Berlin wurde dann endgültig entschieden. 10km am Mittwoch und 25km am Sonntag.

 

Das 10km-Rennen bei der EM war neu für mich. Ganz anders als es im Freiwasserschwimmen üblich ist wurde das Anfangstempo nicht nur die ersten 400 bis 800 Meter durchgehalten, sondern die führenden Schwimmerinnen hielten dieses Tempo jeden einzelnen Meter des fast zweistündigen Rennens. Ich war nicht auf so ein hohes Niveau vorbereitet, es „sprengte“ das Startfeld und kurzzeitig war ich allein. Ab nun versuchte ich an ebenfalls allein schwimmende vor mir heranzukommen und mit der Russin gelang mir dies. Im Verlauf des weiteren Rennens sammelten wir immer wieder neue Schwimmerinnen ein und bildeten eine Gruppe. In der letzten von vier Runden konnten wir sogar gemeinsam noch die zweite Gruppe einholen. Allerdings konnte ich nun keinen besonders schnellen Endspurt mehr hinlegen und wurde von den meisten in meiner Gruppe sogar noch überholt. Ich schlug mit einem sehr schlechten 17. Platz und einer Zeit von genau 2 Stunden an.

 

Die führende Gruppe bestand aus zehn Schwimmerinnen, die alle vier Minuten schneller waren als jede einzelne Schwimmerin der zweiten Gruppe. Das Niveau ist rasant gestiegen, da es nun auf die Olympischen Spiele in Rio 2016 zugeht. Hierfür findet die Qualifikation bereits nächstes Jahr bei den Weltmeisterschaften in Kazan statt. Ich bin froh, dass ich die 10km bei der EM schwimmen durfte und somit versuchen kann mich in der nächsten Saison an das neue Niveau anzupassen.

 

Vor den 25km hatte ich dieses Jahr Angst, da ich mir ziemlich sicher war, dass ich es auch diesmal nicht schaffen würde und ich wollte auf keinen Fall ein zweites Mal aussteigen. So holte ich mir Tipps von den erfahrenen Schwimmern auf dieser Strecke Angela Maurer und Alexander Studinszki und rüstete mich mit Schokolade, Gummibärchen und anderem für die Verpflegung aus. Da mein einziges Ziel war die 25km diesmal zu schaffen, begann ich mit einem für mich sehr lockeren Tempo und versuchte nur lange Züge zu schwimmen. Dadurch war ich immer am Ende der Gruppe, aber ich wurde kein einziges Mal von einer anderen Schwimmerin auch nur berührt, hatte genügend Platz an meiner Verpflegung und musste auch auf sonst nichts achten, sodass ich mir Lieder durch den Kopf gehen lassen konnte. Zwischendurch musste ich meinen Kopf aber ein paar Mal wieder „einschalten“ da sich der Abstand zur Gruppe vergrößerte und ich aus dem Sog rauskam, konnte dies aber immer rechtzeitig kompensieren. Die erste Hälfte des Rennens, immerhin fast drei Stunden, freute ich mich auf die Verpflegungen nach der Hälfte, da ich bei diesen immer irgendeine Süßigkeit mit der Verpflegung bekommen würde. Ein paar Kilometer später fragte ich mich, was ich wohl an der nächsten Verpflegung dazubekommen würde. Weitere Kilometer später dann, nicht schon wieder Schokolade. Bis zu diesem Zeitpunkt fühlte ich mich schwimmerisch noch fit und ich hatte inzwischen ja schon fast 18km hinter mir. So langsam erhöhte sich das Tempo und ich zog am Ende der Gruppe mit. Am Ende der Runde, nach 20km, sollte ich dann mal ein wenig weiter nach vorne kommen, was mir mit einem kurzen Sprint sehr schnell gelang, da viele der anderen Schwimmerinnen zu diesem Zeitpunkt ein Gel nahmen. Dieser Sprint war doch nicht so leicht für meinen Körper, wie es sich anfühlte und ich wurde langsam wieder überholt. Erneut am Ende der Gruppe angekommen musste ich sogar abreißen lassen und trotz vielen Versuchen das Tempo beizubehalten wurde ich immer langsamer, sodass ich zeitweise dachte, ich müsste die Strecke auf den letzten 3km abbrechen. Dies wollte ich aber nicht und mit der Annahme ich sei sowieso letzte und es könne mich niemand mehr überholen schwamm ich weiter. Ich irrte mich und als es dann endlich auf die ersehnte letzte Gerade, ca 200 Meter, zuging huschte noch eine Portugiesin an mir vorbei. Mit dem 12. Platz beendete ich die Mörderstrecke.

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