Saison 2016/17

Durch die Umstellung des Förderkonzepts der Deutschen Sporthilfe nach den Olympischen Spielen in Rio, erhielt ich keine Förderung mehr und musste mich deshalb vollständig auf mein Studium konzentrieren. Mit einer 40-Stunden-Woche plus Fahrtzeiten musste ich auf zwei bis drei Wassereinheiten und einige mehr Landeinheiten verzichten. Für Regeneration war gar keine Zeit.

 

Über Weihnachten konnte ich einen Teil der Landeinheiten durch Langlauftraining in Innsbruck mit der Stuttgarter Trainingsgruppe von Farshid Shami nachholen und gleichzeitig auch meine Technik verbessern.

 

Da ich im 4. Semester aufgrund der Europameisterschaften Klausuren schieben musste, sammelten diese sich nun an und ich hatte neun Klausuren am Ende des 5. Semesters zu schreiben. Hinzu kamen kurz vor dem ersten Teil der WM-Qualifikation sechs Wochen Praktika in Vollzeit, für die ich zusätzlich eine Wohnung in Erlangen anmieten musste und in der Zeit ich nur 30 km pro Woche trainieren konnte. Vielen Dank an die Trainingsgruppe der SG Mittelfranken, die mich mittrainieren ließ.

 

Meine Konkurrentinnen kommen auf 100 bis teilweise sogar 120 km pro Woche, weshalb es nicht verwunderlich war, dass mir am Ende des Weltcup-Rennens in Abu Dhabi die Ausdauer fehlte und ich als letzte der Verfolgergruppe ankam. Auch wenn ich mit nur 28 Sekunden Rückstand zur zweiten Deutschen anschlug, waren es doch zwölf Plätze, was es nahezu unmöglich machte mich noch für die WM qualifizieren zu können, zumal es klar war, dass beim zweiten Teil der Qualifikation (Weltcup in Setubal) einige Schwimmerinnen weniger an den Start gehen würden. Hinterher zählt nicht der Abstand sondern nur die Addition der Platzierungen von den beiden Weltcups.

 

Über Ostern hatte ich dann endlich etwas Ruhe und konnte in mein erstes zwei-wöchiges Trainingslager meiner Karriere mit der Trainingsgruppe von Farshid Shami nach Zypern fahren. Vielen Dank dass ich dort sowie auch über Neujahr mit offenen Armen empfangen wurde und in einem angenehmen Klima speziell das trainieren konnte, was mich am meisten voranbringt. Üblich sind in meiner Disziplin mehrmalige Trainingslager in der Saison von mindestens drei Wochen Länge als Höhentrainingslager. Neben einem ordentlichen Studium sind diese nicht möglich.

 

Dass ich sehr von den Trainingslagern meines Heimatverbandes Württemberg profitiert habe, zeigte sich in den nächsten zwei Monaten. Ich konnte ein paar Bestzeiten beim Arena Meeting in Regensburg schwimmen und bei der darauffolgenden Deutschen Hochschulmeisterschaft die 200 m Schmetterling sowie die Mannschaftswertung für die Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg gewinnen. Beim Weltcup in Setubal schlug ich als 11. der Führungsgruppe 17 Sekunden hinter der Siegerin an, war damit zweitbeste Deutsche und konnte zehn Plätze für die WM-Qualifikation aufholen. Trotz des rießigen Abstands von fast zwei Minuten zur Verfolgungsgruppe und der geringeren Teilnehmerzahl von 35 in Setubal anstatt 54 in Abu Dhabi, fehlten mir dadurch zwei Plätze oder zwei Sekunden für die Qualifikation. Danach war ich ziemlich angeschlagen, startete aber noch fünf Tage später bei den Deutschen Freiwassermeisterschaften über die 10 km um mir den Kaderstatus für die nächste Saison zu sichern. Die 10 km konnte ich sogar vor Jeannette Spiwoks und meiner Schwester Lea Zihsler gewinnen. Auf weitere Starts und damit auch die Chance mich über 5 km für die WM zu qualifizieren, musste ich dann allerdings verzichten.

 

Danach konzentrierte ich mich auf meine Prüfungsphase und nahm an einem Europacup, was Voraussetzung für die EM-Qualifikation nächste Saison sein wird, in Navia teil, wo ich über 7,5 km in meinem ersten Rennen mit Neoprenanzug Zweite werden konnte. Vielen Dank an die Firma Sailfish für den Neoprenanzug. Hier erkrankten nahezu alle Schwimmer am Norovirus, so auch ich. Da der Weltcup in Lac. Megantique (CAN) gemeldet war, startete ich auch hier noch, musste aber aufgeben. Nun stand erstmal viel Regeneration auf dem Plan um beim Saisonabschluss und Höhepunkt, der Universiade 2017 in Taipei, nochmal eine gute Leistung zu erzielen.  

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